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Wir müssen das gesamte Innovationspotenzial unserer Gesellschaft zu aktivieren. Und das ist zur Hälfte weiblich.
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Im Interview

Melanie Vogel, Initiatorin der women&work


04.06.12 18:26

Melanie Vogel, Initiatorin der women&work, über den Messe-Kongress, Frauen & Karriere, Female Recruiting und warum Frauen in der Wirtschaft auch in Zukunft gefragt sein werden.

Die women&work fand 2012 zum zweiten Mal statt. Was ist das Erfolgsrezept dieser Veranstaltung?

Ich glaube, Frauen verstehen zunehmend besser, sich zu vernetzten und sich und ihre Leistungen sichtbarer zu machen. Die women&work bietet dabei eine hilfreiche und effektive Plattform. Das hat schon die Premiere 2011 bewiesen. Mein Eindruck ist, dass wir zurzeit von einer großen Welle der Unterstützung bei den Frauen getragen werden. Das ist ein ganz tolles Gefühl und eine große Belohnung für 12 Monate Vorbereitungszeit.

Was hat sich am Konzept im Vergleich zum letzten Jahr geändert?

Wir haben Dank der großen Unterstützung von Kooperationspartnern das Angebot erweitern können, was uns sehr freut. In diesem Jahr können sich die Messebesucherinnen zum Speed-Dating "Mentoring4Minutes" anmelden und mit Führungsfrauen aus verschiedenen Unternehmen Erfahrungen austauschen. Sie können beim Women-MINT-Slam erfolgreichen Ingenieurinnen zuhören, wenn sie über ihre Berufswege "slammen" und wir haben das "Jahrestreffen weiblicher Führungskräfte" erstmalig ins Leben gerufen, um weiblichen Führungskräften die Möglichkeit zu geben, ihre Karriere auf den nächsten Level zu bringen.

Die Ausstellerzahl hat sich im Vergleich zum letzten Jahr um 50 Prozent verdoppelt. Ist das Bewusstsein geschärft, sich der Zielgruppe der Frauen stärker anzunehmen?

Ich denke schon und ich hoffe, dass wir mit der women&work dazu beitragen, Unternehmen und Frauen bei der Kontaktaufnahme zu unterstützen und beiden zu zeigen, dass es einerseits lohnenswert ist, auf die Zielgruppe der Frauen zu setzen und dass es andererseits Unternehmen gibt, die sich wirklich für gleichberechtigte Karrierechancen von Frauen und Männern und das Thema "Vereinbarkeit" einsetzen.

Was wollen Sie mit der women&work erreichen?

Wir möchten mit der women&work Frauen ermutigen, konsequenter, selbstbewusster und mit mehr Biss ihre Karriere zu planen und entsprechend ihrer beruflichen und privaten Lebensvorstellungen auch gezielter nach geeigneten Arbeitgebern zu suchen. Viele Frauen stehen sich häufig selbst im Weg. Ihnen fehlen Vorbilder und häufig auch der Mut, aus gewohnten Rollen auszubrechen. Gerade viele junge Frauen planen unbewusst nur bis zum ersten Kind. Sie steigen bereits mit angezogener Handbremse in den Beruf ein und schöpfen ihr Potenzial nicht aus, weil sie nicht wissen, wie sich ihr Kinderwunsch auf den eigenen Job ausüben wird. Dieses "Schauen-wir-mal-was-kommt"-Prinzip ist absolut hinderlich für eine erfolgreiche Karriere - und es rächt sich bitter, wenn diese Frauen Kinder bekommen und ohne einen Wiedereinstiegsplan in die Erziehungszeit gehen.

Die women&work ist eine echte Erfolgsgeschichte, die 2012 mit dem Innovationspreis "Land der Ideen" belohnt wurde. Wie kam es dazu?

Ende November 2011 rief ein Projektleiter von "Land der Ideen" bei uns an und ermutigte uns, uns zu bewerben. Das haben wir getan - und erfreulicherweise mit der women&work in der Kategorie "Wirtschaft" gewonnen. Das macht uns sehr stolz!

Sie haben im letzten Jahr die "Ingolstädter Studie" durchgeführt. Was verbirgt sich dahinter und welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen?

Wir haben in Zusammenarbeit mit der Hochschule Ingolstadt und unter Leitung von Professor Alfred Quenzler bundesweit 300 Frauen nach ihren Wünschen und Anforderungen an potenzielle Arbeitgeber befragt. Durch alle Altersgruppen zieht sich der Wunsch nach einer genderfairen Führungskultur. Anerkennung und Wertschätzung sind für die Frauen wichtige Kriterien, wenn es um die Wahl des Arbeitgebers geht. Wir konnten feststellen, dass sich die Attraktivitätskriterien eines Arbeitgebers bei den Frauen sehr stark nach der jeweiligen Lebenssituation richten. Generell hat das Betriebsklima bei allen befragten Frauen den entscheidenden Einfluss darauf, ob es Unternehmen gelingt, Frauen zu gewinnen und langfristig im Unternehmen zu halten.

Welche Handlungsempfehlungen ergeben sich daraus für Unternehmen?

Eine vorurteilsfreie und chancengleiche Arbeitsumgebung ist die wichtigste Voraussetzung für Unternehmen, um Frauen von ihrem Potential als attraktiver Arbeitgeber überzeugen zu können. Das kann nur in Kooperation mit der gesamten Belegschaft und durch alle Führungs- und Mitarbeiterschichten im Unternehmen gelingen. Viele Frauen haben den Wunsch, die Organisation von Beruf und Familie selbst übernehmen zu können. Dafür benötigen Frauen flexible Arbeitszeiten. Unternehmen müssen dafür die notwendigen Voraussetzungen schaffen.

Was können Frauen Ihrer Meinung tun, um nach oben zu kommen?

Beispiele erfolgreicher Frauen, die wir auch auf der women&work vorstellen, zeigen, dass diese Frauen einiges sehr richtig gemacht haben. Sie hatten Mentorinnen oder Mentoren. Sie haben Netzwerke innerhalb und außerhalb des Unternehmens aufgebaut und gepflegt. Sie haben Kontakt zu den Mächtigen und Entscheidungsträgern gesucht. Sie haben ihre Leistung sichtbar gemacht Sie haben über ihre Leistung gesprochen und Führungspositionen mutig angenommen. Frauen müssen aktiv und selbstbewusst nach Veränderungen im Unternehmen streben. Wer nicht nach einer Beförderung fragt, bekommt sie nicht. Wer nicht aktiv mehr Gehalt für eine Top-Leistung verlangt, wird sich weiterhin mit Almosen abgeben müssen. Frauen müssen lernen, für sich selbst und ihre Leistung zu sprechen - und ich denke, sie werden überrascht sein, welche Türen sich dann öffnen. Außerdem empfehle ich Frauen, sich sehr intensiv mit dem zukünftigen Arbeitgeber auseinander zu setzen. Das bedeutet zu hinterfragen, nach welchen Kriterien im Unternehmen der Erfolg eines Mitarbeiters bewertet wird. Sind es klare, unmissverständliche Leistungskriterien, die für alle Mitarbeiter gleichermaßen gelten, sind das sehr gute Grundvoraussetzungen für Frauen, in diesen Unternehmen nach oben zu kommen.

Welche Pläne haben Sie für die women&work 2013, die am 8. Juni 2013 in Bonn stattfinden wird?

2013 möchten wir das Thema "Future Management" in den Fokus rücken. Ein Teilbereich wird der Themenkomplex "Innovation made by Women" sein. Hier möchten wir das Thema "Frauen & Innovation" aufgreifen, innovative Frauen vorstellen, für den Bereich Frauen und Technik werben, aber auch deutlich machen, dass Unternehmen in Zukunft auf Frauen setzen müssen, wenn sie innovativ bleiben wollen. In einer Zeit, in der die Chinesen nicht nur unsre Kühlschränke und Handys, sondern auch unsere Solarmodule bauen gilt es, das gesamte Innovationspotenzial unserer Gesellschaft zu aktivieren. Und das ist zur Hälfte weiblich. Es wird zukünftig nicht mehr darum gehen, die Abläufe im Unternehmen zu optimieren und zu normieren - es geht darum, zu innovieren, um im globalen Wirtschaftsleben wettbewerbsfähig zu bleiben.

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